Probleme bei der Emotionsregulation

Die Störung der Emotionsregulation steht sicherlich im Zentrum der Problematik. Eine vor allem für die Borderline-Störung typische, extrem niedrige Reizschwelle führt zur Auslösung von Emotionen, die sich auf sehr hohem Erregungsniveau halten und nur langsam abklingen. Dazu kommen die Schwierigkeiten, Gefühle zu steuern, die mangelnde Impulskontrolle und eine enorme Angst vor Gefühlen. Betroffene sind impulsiv und reagieren wesentlich heftiger als andere Menschen in ähnlichen Situationen. Es konnte empirisch nachgewiesen werden, dass Betroffene Emotionen zwar wahrnehmen, aber nicht differenzieren, zuordnen und benennen können. Diese werden als aversive und oft unerträgliche Spannungszustände wahrgenommen, gehen häufig mit dissoziativen Zuständen einher und werden nicht selten durch Selbstverletzungen oder andere dysfunktionale Verhaltensweisen unterbrochen, da in den meisten Fällen keine alternativen Lösungsstrategien zur Verfügung stehen.

Ein Spinner ist jemand der nicht in die Norm passt.
Aber wer darf die Norm festlegen?

 

 


Verantwortlich ist man nicht nur für das,
was man tut,
sondern auch für das,
was man unterlässt.

 

 

 

Es ist besser, Genossenes zu bereuen,
als zu bereuen,
dass man nichts genossen hat.

 

 

 


Diejenigen, die immer nur das Mögliche fordern,
erreichen gar nichts.
Diejenigen, die das Unmögliche fordern,
erreichen wenigstens das Mögliche.

 

 

 


Wer nichts weiß, und weiß, dass er nichts weiß,
weiß mehr als der,
der nichts weiß und nicht weiß,
dass er nichts weiß!

Unsere Wege

 

Ich gehe die Straße entlang.
Im Bürgersteig ist ein tiefes Loch.
Ich falle hinein.
Ich bin verloren … bin hilflos.
Es ist nicht meine Schuld,
dort hineingefallen zu sein.
Ich brauche sehr lange, um den Weg
nach draußen zu finden.


Ich gehe die Straße entlang.
Im Bürgersteig ist ein tiefes Loch.
Ich tue so, als ob ich es nicht
bemerken würde.
Ich falle wieder hinein.
Ich kann nicht verstehen, warum ich
schon wieder dort hineingefallen bin.
Es ist meine Schuld.
Es dauert immer noch sehr lange,
um den Weg nach draußen zu
finden.


Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Im Bürgersteig ist ein tiefes Loch
Ich bemerke es.
Trotzdem falle ich hinein.
Das Hineinfallen ist eine vertraute
Gewohnheit. Meine Augen sind jetzt
offen. Ich weiß, wo ich mich befinde.
Ich bin dafür verantwortlich und
Ich finde den Weg nach draußen sofort.


Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Im Bürgersteig ist ein tiefes Loch.
Ich weiche aus und falle nicht mehr
hinein.
Ich wähle eine andere Straße.

Grundlagen und Ursachen


Nach Ansicht früher psychoanalytischer Erklärungsmodelle handelt es sich bei der Borderline-Störung um eine Frühstörung. Das bedeutet, dass bei den Betroffenen Strukturen und Denkmuster bestehen geblieben sind, die typisch sind für die frühe Kindheit. In dieser Zeit stehen Hass- und Neidkonflikte im Vordergrund, es besteht noch keine differenzierte Wahrnehmung der eigenen oder fremder Personen, sondern eine starre Bewertung von Menschen als "ganz gut" oder "ganz böse".
In den letzten Jahren wurde zunehmend der Einfluss von Missbrauchserfahrungen bei der Entstehung von Borderline-Störungen untersucht. So zeigt sich, dass 81% aller Borderline-Patienten über schwere traumatische Erlebnisse, wie sexuellen oder körperlichen Missbrauch oder dem Miterleben von extremer häuslicher Gewalt, berichten.
Dabei ist in vielen Fällen der misshandelnde Täter eine wichtige Bezugsperson, so dass die Betroffenen mit dem Widerspruch konfrontiert werden, dass eine geliebte Person, die schützen sollte, identisch ist mit der Person, vor der man selbst Schutz bedarf. In diesem Widerspruch ist es für das Opfer nur schwer möglich, seine angemessenen Reaktionen von Wut und Ekel gegenüber der Bezugsperson wahrzunehmen und zu äußern. Möglicherweise kehren sich diese negativen Gefühle dann gegen die eigene Person, so dass der Missbrauch durch die eigene "Schlechtigkeit" gerechtfertigt werden kann. Missbrauchserfahrungen können auch die spätere Beziehungsgestaltung entscheidend prägen: Das gleichzeitige Erleben unvereinbarer Emotionen, wie z.B. die Zärtlichkeit des Täters verbunden mit der gleichzeitigen Angst vor ihm, dazu das Gefühl, bevorzugt zu werden, aber auch mit Scham verbunden, lässt die Betroffenen auch später im Umgang mit anderen zwischen extremen Polen hin und her schwanken.
In der Therapie von Personen, die traumatische Erfahrungen gemacht haben, wurde festgestellt, dass bei den meisten Betroffenen bei wiederholtem Sprechen über das Trauma ihre emotionalen Reaktionen schwächer werden. Bei Borderline-Patienten zeigt sich hingegen, dass ein wiederholtes Erinnern des Missbrauchs bei ihnen zu einer Zunahme der belastenden Gefühle führt, es scheint bei ihnen eine erhöhte neurobiologische Erregbarkeit vorzuliegen. Zudem scheint die wiederholte und oft willkürliche Traumatisierung bei den Betroffenen dazu zu führen, dass sie ein ausgeprägtes Gespür für mögliche Bedrohungen entwickeln. Als Konsequenz können auf scheinbar harmlose Reize extreme Reaktionen folgen. Dissoziative Symptome, die bei Betroffenen in Momenten subjektiv wahrgenommener Bedrohung auftreten, können analog des bei Tieren zu beobachtenden Totstellreflexes verstanden werden, wenn der Person keine Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, auf die Bedrohung zu reagieren. Damit ist ihnen aber die Chance genommen zu lernen, dass sie eine wahrgenommene Gefahr bewältigen können, indem sie selbst handeln um die Gefahr zu relativieren. Die dissoziativen Symptome, wie Veränderungen der Raum- und Zeitwahrnehmung, das Gefühl, neben sich zu stehen und nichts mehr spüren zu können, werden von Borderline-Patienten als sehr beängstigend erlebt und häufig durch selbstverletzendes Verhalten, so z.B. durch Schneiden, um sich wieder zu spüren, beendet.
Aber nicht bei allen Personen, die unter Borderline-Störungen leiden, liegen Missbrauchserfahrungen vor. Allen Betroffen scheint aber gemeinsam zu sein, dass sie in einem invalidierenden Umfeld aufgewachsen sind. Das heißt, sie haben nicht gelernt, adäquat mit schwierigen Situationen oder negativen Gefühlen umzugehen. Ein typisches erlerntes Verhaltensmuster könnte z.B. sein, als "gutes" Kind nie wütend sein zu dürfen.

Formen der Selbsthilfe


 

Welche Lösungsmöglichkeiten helfen Ihnen?

w Therapie hilft mir sehr.

w Schublade auf, Vergangenheit rein, Schublade zu, Schrank verbrennen, alles wird gut.

w Indem ich verändere, was mich stört, und akzeptiere, was ich nicht verändern kann – das versuche ich zumindest.

w Die Vergangenheit akzeptieren und sie dann loslassen, ich kann nichts ungeschehen machen.

w Probleme praktisch lösen.

w Jemanden besuchen. Medikamente nehmen (gegen Depression). Gute Menschen finden. Sport machen. Wohnung aufräumen.


Was unternehmen Sie, um den Teufelskreis zu unterbrechen?

w Ich reiße mich zusammen, manchmal hilft auch Ablenkung, zum Beispiel durch sehr viel Arbeit, verschiebe so manches, bis es wieder abebbt, die Suizidalität zum Beispiel.

w Ich lerne zu verstehen, dass ich ein Recht auf Liebe habe, ohne vorher etwas tun zu müssen bzw. mich im gleichen Zug dafür bestrafen zu lassen. Eben geliebt zu werden um meiner selbst willen.

w Beruhigende Medikamente nehmen, schlafen, essen.

w Ich muss dann etwas unternehmen und mir gute Menschen suchen und mit ihnen zusammen sein. Intime Beziehungen muss ich dann (seufz) meiden.


Welche Themen bringen Sie dem Ziel, gesund zu werden, näher?

w Ich brauche Austausch mit anderen, ein Suchen nach adäquaten Möglichkeiten, die psychodynamische Arbeit, eben Hilfen, um sich selbst besser zu verstehen.

w Meine Zukunft, meine Wünsche, mein Sohn.

w Ach, Glaube, Liebe, Hoffnung ... oder so.



Können Sie Bewältigungsstrategien anwenden?


w Ja, mache mir auch klar, welche Vorteile die Störung hat für den Betroffenen, zum Beispiel erhöhte Sensibilität.

w Ich versuche alles aufzuschreiben, setze mir ein Ziel und arbeite darauf hin, versuche Hilfe von einer Freundin anzunehmen.

w Ich weiß nicht. Psychotherapie hilft echt. Ansonsten? Wüste ... Keine Ahnung, habe keine Bewältigungsstrategien. Ich denke, gegen das
Chaos hilft nur Aufräumen.

w Die Auseinandersetzung mit mir und meiner Umwelt, die Arbeit mit den Träumen und die Fantasiearbeit in der Therapie sind ebenfalls sehr wichtig.

 

Noch sooo müde....

Guten Morgen. Bin noch total müde, aber das nutzt nix, ich muss jetzt gleich in die Berufsschule. Heute wird ein anstrengender Tag, das weiß ich schon. Da heute zwei Lehrer auf Klassenfahrt sind, haben wir sechs Stunden Programmieren....Im Moment proggen wir ein Programm um Lineare Funktionen zu berechnen. Das ist zum Glück fast fertig, nur noch einige Schönheitskorrekturen und Fehlerbehebungsmaßnahmen und dann kann ichs abschließen. In zwei Wochen schreiben wir ne Arbeit in Proggen, da muss ich noch viel für tun. Hab noch einige offene Fragen, aber dafür ist ja unter anderem auch der Email-Kontakt mit den Lehrern möglich. Soooo jetzt muss ich aber los.... Wünsche euch nen schönen Tag.

Ich (von den Boehsen Onkelz)